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[Schülerfeedback] [Lehrerfeedback]

FEEDBACK VON SCHÜLERN / LEHRERN


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Evaluation
Das Diskurskonzept wurde multimethodisch evaluiert. Die Schüler und Lehrer der Modellschulen, die an den Diskursprojekten teilgenommen haben, wurden zu folgenden Themen befragt: Sie gaben Feedback zum Diskursprojekt allgemein und bewerteten die Informationsvermittlung, die eingesetzten Textmaterialien, die Expertendialoge, die verschiedenen Diskussions- und Arbeitsformen und die gemeinsame Erarbeitung der Voten. Sie wurden auch direkt an der Weiterentwicklung des Diskurskonzepts und der Projekt- und Unterrichtsmaterialien beteiligt und konnten Vorschläge zur Optimierung einbringen.

Dazu kamen verschiedene Methoden zum Einsatz: Gruppeninterview und Fragebögen am Ende der Diskursprojekte sowie leitfadengestützte Gruppeninterviews mit den Lehrern und halbtägige, partizipative Evaluationsworkshops mit den Schülern einige Wochen nach den Projekten. Außerdem wurde der MUT-Test (vgl. Lind & Wakenhut, 1985, Lind, 2006) zur Erfassung der Effekte des Diskursprojekts auf die moralische Urteils- und Diskursfähigkeit vor und nach den Diskursprojekten durchgeführt. Eine ausführliche Darstellung der Evaluationsergebnisse finden Sie im Abschlussbericht des Forschungsprojekts (anfragen bei Dr. Birgit Mack; mack(at)dialogik-expert.de).

Im Folgenden werden die zentralen Ergebnisse des Schüler- und Lehrerfeedbacks zum Diskursprojekt allgemein dargestellt, das jeweils am Ende der Diskursprojekte sowie mehrere Wochen danach in den Evaluationsworkshops und Lehrerinterviews erhoben wurde. 



Schülerfeedback
Persönliches
Die Schüler ziehen vor allem für sich persönlich eine positive Bilanz. Sie konnten sich aktiv einbringen und haben für sich selbst viel gelernt und mitgenommen. Dabei erlebten es die Schüler positiv, dass sie zusammen mit den Lehrern gleichberechtigte (Lern-)Partner waren. Das Projekt wurde sehr stark als Abwechslung zum normalen Schulunterricht wahrgenommen. Den Kompetenzzuwachs, den die Schüler bei sich festgestellt haben, beziehen sie sowohl auf das Fachlich-inhaltliche als auch auf das Methodische. Dass die Projekttage trotz der Anstrengung Spaß gemacht haben, wird von den Schülern eigens betont.
  • Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, war toll, eine runde Sache.
  • Es war eine sehr gute Abwechslung zur Schule.
  • Es war gut, sich viel aktiver einzubringen.
  • Es war für mich eine persönlich wichtige Auseinandersetzung, bereichernd.
  • Schön war, dass Schüler und Lehrer gleichberechtigte Partner waren.
  • Ich habe sehr viel diskutiert mit anderen (nach dem Projekt) und habe dabei festgestellt, vor allem bei Leuten, die privat versichert sind, dass sie sehr wenig Ahnung davon haben. Die anderen, die doch davon etwas wussten, waren überrascht, dass ich ja doch mitreden konnte.

Meinungsbildung
Uneingeschränkt positiv sehen die Schüler den Meinungsbildungsprozess. Die Möglichkeit, zu einer eigenen Meinung zu gelangen und diese auch systematisch äußern zu können, war für viele das Wichtigste am ganzen Projekt. Sie haben einen eigenen Standpunkt gefunden und gefestigt. Gelobt wird dabei vor allem, dass das differenzierte Meinungsbild Eingang in das abschließende Gruppenvotum gefunden hat. Gerade die Erfahrung eines freien und offenen Meinungsbildungsprozesses wird hervorgehoben, wenn die Schüler etwas darüber gelernt haben, wie man eine eigene Meinung bildet, wie sie sich aber auch verändern kann und wie man sie in einer Diskussion vertritt.
  • Jeder war involviert und konnte seine Meinung einbringen. Es war eine gute Erfahrungen, sich mit anderen Meinungen auseinandergesetzt zu haben.
  • Wir sind ausgestattet worden mit einem Handwerkszeug für die eigene Meinung.
  • Es war sehr interessant, wie sich die Meinungen entwickelt haben.
  • Ich war zwischendrin verunsichert: hab alle Seiten verstanden, aber schließlich meine Meinung gefunden. Es hat aber drei Tage gebraucht, um eine Meinung zu finden.
  • Ich habe gelernt, wie man die eigene Meinung darstellt.
  • Es hat sich gut angefühlt, eine Meinung mit einem Informationshintergrund zu äußern. Verschiedene Perspektiven kennen zu lerne, hat der Meinungsbildung geholfen. Man hat andere Argumentationsweisen entwickeln können.
  • Ich fand es gut, dass ich gelernt habe, meine Meinung zu verändern und eine Meinung zu vertreten, die ich eigentlich nicht habe. Ich habe viele Fragen geklärt.

Diskussion
Die Schüler sehen in den verschiedenen Diskussionsformen den entscheidenden Baustein für den Erfolg des Projekts. Sie bewerten die Diskussionen gerade im Vergleich zu den Diskussionen in der Schule als sehr gut. Dementsprechend haben sie viel über die Kultur des Diskutierens gelernt und dadurch Diskurskompetenz entwickelt, wenn sie über die Schwierigkeit einer Konsensfindung reflektieren können. Die Mehrheit der Schüler hat durch das Projekt gute Erfahrungen mit strukturierten Diskussionsformen gemacht.
  • Gut fand ich, dass wir selbst diskutieren konnten.
  • Die disziplinierende Form der Diskussion war gut, das haben wir nicht in der Schule. Wir haben gesittet geredet.
  • Ich fand die Diskussion toll, weil es das in der Schule nur selten gibt.
  • Die Diskussion war besonders gut, weil die Meinung überarbeitet wurde, man hat seine eigene Meinung überdacht.
  • Verschiedene Ansichten wurden durch die Diskussion gut nachvollziehbar.
  • Ich habe viel Wissen erhalten und Sicherheit in der Diskussion bekommen. Es war schön zu sehen, dass ich wusste, wovon ich rede.

Methodenvielfalt
Den Einsatz der verschiedenen Methoden bewerten die Schüler positiv. So heben sie besonders den Methodenwechsel hervor, der das Projekt abwechslungsreich und interessant gemacht hat. Dabei gehen sie differenziert auf die verschiedenen Methoden ein und loben den Powerpoint-Vortrag zur Humangenetik ebenso wie die Gruppenarbeiten oder die unterschiedlichen Diskussionsformen. Schön ist, dass die Schüler im Laufe des Workshops ein Methodenbewusstsein entwickelten und dies direkt auf den Meinungsbildungsprozess bezogen.
  • Der Methodenwechsel war sehr gut.
  • Die Themen wurden vielseitig angegangen und nicht nur von einer Seite.
  • Die Mischung aus Praxis (Diskussion) und Theorie (Gruppenarbeit) hat mit gut gefallen.
  • Mir hat die intensive Gruppenarbeit sehr gut gefallen. Man musste sich mit verschiedenen Meinungen auseinandersetzen.

Kritik
Alle drei Modellschulen stimmten darin überein, dass das Programm zu dicht war und mehr Zeit erfordert hätte. Insbesondere für die Erarbeitung des ethisch-rechtlichen Hintergrundwissens, die in Kleingruppen stattfand, sollte mehr Zeit eingeplant werden. Viele Schüler wünschten sich auch noch mehr Unterstützung bei der Analyse von Textauszügen aus der Fachliteratur. Beides wurde bei der Überarbeitung des Diskurskonzepts und der Entwicklung der Projekt- und Unterrichtsmaterialien berücksichtigt. 



Lehrerfeedback
Die beteiligten Lehrer haben in drei Gruppeninterviews ausführlich über das Projekt reflektiert und dadurch Feedback gegeben. Alle 7 bewerten das Projekt als vollen Erfolg. Sie heben dabei die partnerschaftliche Art der Zusammenarbeit mit den Schülern hervor. Entscheidend für sie war das Projekt „von außen“ zu beobachten, also teilnehmen und zugleich Anregungen für den eigenen Projektunterricht mitnehmen zu können. Zu sehen, wie Projektarbeit gelingen kann, war vor allem für drei Lehrer eine wichtige Erkenntnis. Dass der Zeitrahmen zu eng gesteckt war und die Auseinandersetzung mit dem ethisch-rechtlichen Hintergrundwissen mehr Zeit benötigte, war auch die Einschätzung der Lehrer. Dennoch waren sie überrascht, wie engagiert und motiviert die Schüler das dichte Arbeitspaket bewältigt haben.
  • Beeindruckend war die Schüleraktivierung. Dies sollte das Ziel an der Schule sein, dass sie von sich aus einen Lernprozess vollziehen.
  • Es hat mir viel Spaß gemacht. Ich habe es genossen auf einer anderen Ebene mit den Schülern zu sprechen, partnerschaftlich. Das Engagement der Schüler aber auch der Organisatoren hat mich beeindruckt. Wir haben intensiv gearbeitet. Es war interessant, Projektunterricht von außen zu sehen, ich habe viel mitgenommen. Ich habe eine gute Position für mich was Gentests betrifft gefunden.
  • Schön, dass man sich auf eine Sache konzentrieren konnte, nicht auf Ordnung etc. achten musste. Vor allem den ethisch-philosophischen Bereich habe ich vertieft. Endlich habe ich auch viel Wissen über Versicherungen.
  • Ich habe positive Erfahrungen gemacht, wie man durch die Projektmethode in der Schule vertieft lernen kann. Der Workshop war ein gutes Beispiel für Lernen in Projekten.
  • Schön, die Schüler von einer anderen Seite/ in einer anderen Lernsituation kennen gelernt zu haben. Dass sie Platz hatten, sich zu entfalten. Es hat mir Mut gemacht, auch im Unterricht, sie öfter von der Leine zu lassen, selbst gesteuert, ihnen mehr Freiraum zu geben.
  • Längere Blöcke besser als strenge Rhythmisierung des Lernalltags. Die Vorbereitung lohnt sich.
  • Es ist gut, was wir im Workshop gemacht haben. Und zwar Projektunterricht als solcher, Projektarbeit als Sozialform.
  • Es war gut, zu sehen, wie die Methode ‚Projektarbeit’ abläuft und funktionieren kann, mit allen möglichen Facetten, mit ausgiebiger Zeit, durch sehr gute Vorbereitung. Solche Zustände sind anzustreben an der Schule.

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